Jöß am 02-04.07.2010
100 Tage und noch mehr.
Ja man kann es kaum glauben, aber es ist wahr, es ist nun mehr als 100 Tage her das ich nicht mehr am Wasser war.
Meine Augen, meine Finger ja der ganze Körper und die Seele verlange unersättlich nach Wasser und mehr.
Beruf, Familie, Bau und vieles mehr ließen es nicht zu dass ich fischen ging.
Um meinem Entzug nun endlich einen Schluss zu setzen ließ ich alles liegen und stehen und ging „FISCHEN“
Nur die Frage war vorher wo hin???
Mittwoch der 30.06
Ich wälzte meine Unterlagen und Telefonnummern mehrmals durch und kam nicht wirklich auf einen grünen Zweig.
Es sollte ein Teich sein der in der Nähe liegt, (man hatte ja wieder einmal Bereitschaft) aber dennoch keine Badewanne ist.
Nach einem Tag und unzähligen Nerven meiner Freundin beschloss ich an die Jößer-Seen zu fahren. Nicht schlecht aber ich war noch nie dort!!!. „Weltklasse das kann ja noch was werden“
Erst mal wurden Infos eingeholt.
Per Telefon, Internet und Satellit wurden die Seen erkundigt und vermessen. Man will ja wissen mit was man sich einlässt. Schlussendlich fiel die Entscheidung auf den Jößsee 2. Das Telefon wurde gezückt und schon klingelte es bei der Reservierung. Nach einem kurzen und sehr freundlichem Gespräch, stellte sich heraus, das noch 2 Plätze frei sind und ich den Platz eins bekommen habe.
Ich glaube den Stein, der mir da vom Herzen fiel, hörte man noch in Tirol.
Weiter Infos zu den Seen findet man auf deren Homepage.
www.fzz.at
So die restliche Woche verging wie ein Kaugummi. Zwei Sekunden nach vor eine zurück. Meine Angeln habe ich ´zig mal geputzt und das Zubehör 80000mal umgeschichtet. Am Freitag hatte ich noch eine Schulvorführung meiner Tochter (die ich unbedingt sehen musste) und dann konnte es endlich losgehen.
Heim, rein ins Auto und von mir sah man nur noch die Gummiwuzerl am Asphalt.
Nach ca. 20 minütiger Fahrt sah ich ihn. Den See aller Seen die Medizin meiner Leiden. Nach einem kurzen Plausch und einer kurzen Einweisung in der Fischerhütte, konnte ich endlich meinen Platz beziehen.
Das Auto musste ca. 100 Meter entfernt auf einem Damm geparkt werden und das Angelzeug geschleppt. Als erstes nahm ich mir mein Rodpod, einen Futterkübel und ein kühles blondes mit an den Platz der von Freitag bis Sonntag mein sein sollte.
Zu diesem Zeitpunkt ging meine Seele baden. Ein Wahnsinns Gefühl nach so einer langen Pause wieder am Wasser zu sitzen und sonst „nichts“ außer Natur.
Die Schlepperei des gesamten Angelzubehörs war wieder einmal ein Graus. Ich glaube ich hatte wieder einmal zu viel mit. Wie immer.
Jedoch man weiß ja nie, was man vielleicht braucht.
Also wurde alles mitgenommen. Nach ca. einer Stunde wurde das ganze Lager aufgebaut und die Ruten zum ersten Mal in dieser Saison auf Karpfen ausgelegt. Eine mit Chunk, eine mit V6 und eine mit Mango-Beach. Die Entfernungen wo ich die Ruten ablegte studierte ich beim ersten Blonden als meine Seele baumelte.
Auf ca. 80 Meter Entfernung sah ich immer wieder Blasen aufsteigen und nur dort. Also lag es auf der Hand wo die Köder platziert wurden. Nebenbei sei erwähnt, dass sich die Seen im Wasserschutzgebiet Leibnitzerfeld (Trinkwasser für einen großen Teil der Südsteiermark) befinden und das Anfüttern strengstens verboten ist.
Die Dunkelheit brach nun schön langsam herein und es wurde immer leiser. Ein paar zaghafte Zupfer ließen ab und zu die Bissanzeiger in der Stille der Nacht ertönen.
22:00 Uhr wie aus den nichts ein brachialer Voll-Run auf dem V6 Köder und der Puls bei 180.
Fisch endlich Fisch. Der Anhieb saß sofort und der Kontakt zum Fisch wurde sofort aufgenommen. Der Drill ein Hammer. Nach so langer Zeit. Jede einzelne Sekunde des Drills habe ich genossen.
Feinfühlig federte ich mit der Rute jeden einzelnen Schlag des Fisches mit der Rute ab und holte ihn immer näher. Im Licht der Kopflampe konnte ich ihn im klaren Wasser des Sees gleich ausmachen.
Beim Keschern und Fotografieren half mir wieder einmal mein Angelkollege Dirty-Harry.
Und da lag er nun.
6,00kg Spiegelkarpfen der erste in dieser Saison. Der erste Fisch nach über 100 Tagen.
Der Puls noch immer bei 180 und die Hände zitterten. Der Fisch wurde zum Fotografiert und mit Hilfe der Wiegetasche zurückgesetzt.
Danach gab es zur Belohnung ein Bierchen. Die Rute wurde wieder aufgeködert und ausgelegt.
Nach 20 Minuten wieder Voll-Run. Diesmal auf der Rute mit dem Chunk.
Gleiches Spiel wie mit dem ersten Karpfen. Einfach herrlich.
Das Resultat konnte sich wieder sehen lassen. Geballte 9,5kg Spiegelkarpfen.
Es bissen in dieser Nacht noch 2 weitere Fische die ich jedoch nicht verwerten konnte.
Bei einem Fisch hatte ich nie Kontakt und der zweite schnitt mir die Schnur über einer Muschelbank ab.
Am darauf folgenden Tag war am ganzen See kein einziger Biss zu vernehmen. Also entschloss ich mich zum Gemütlichen Teil der Angelei überzugehen. Ein schönes Plauscherl bei einem Bierchen im Fischerstüberl.
Viele Fachgespräche und Angelgeschichten später wurde es wieder an der Zeit an die Fischerei zu denken.
Da in der Ganzen Nacht auf den Mango-Beach kein einziger Zupfer zu verzeichnen war, wurde dieser nicht mehr montiert. Als Ersatz kam ein White-Schokolade Boilie zum Tragen.
Also wieder die Ruten an den geliebten Platz und warten. Die Zeit verging wie im Flug und nach einiger Zeit warten und keinem einzigem Zupfer entschloss ich mich aufs Ohr zu legen.
In der Nacht wurde ich mehrmals von einem Igel geweckt. Dieser ließ sich ein paar Krumen Brot schmecken und verkroch sich wieder ins Unterholz. Ein paar Traumsekunden später, ertönte der Bissanzeiger. Schnell wie eine Feder sprang ich aus dem Zelt und Köpfelte so gleich Richtung Ruten.
Danke liebe Zelthersteller, dass ihr da so ein schönes Band am Boden habt, wo man immer dann einfädelt, wenn man es nicht braucht.
Alle Sinne wurden gesammelt und der Anschlag gesetzt. Der Fisch nahm fast keine Schnur und ich glaubte schon an einen sehr kleinen Burschen. Nach nicht einmal 5 Minuten Drill konnte ich einen 7,80kg schweren Schuppinger auf der Matter begrüßen, der nun endlich wach wurde und mich so richtig abklatschte.
Der Rest der Nacht war wieder absolute Funkstille.
Am Sonntagmorgen habe ich dann beschlossen nicht mehr bis zum Abend zu fischen und das erfolgreiche Wochenende mit meiner Familie zu verbringen.
Fazit zu diesem Wochenende:
Ich hatte mit einem Schneider gerechnet. Neues Gewässer und so lange nicht mehr fischen.
Was ist daraus geworden? Drei tolle Fische. Zwar nicht über 10kg aber toll im Drill. Tolle Anlage und nette Leute.
Zwei kleine Minuspunkte muss ich dennoch vergeben:Anfütterverbot (versteht sich aber)
Die Toiletten befinden sich nur beim Fischerstüberl und da muss man schon mal mit dem Auto fahren. Also wäre es toll wenn ein paar Dixi´s aufgestellt werden könnten.
So ich hoffe ich konnte Euch ein bisschen von meiner Freude über das Fischen wieder einmal berichten und hoffe, dass man sich wieder liest oder sieht.
mfg Euer
Rocces
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