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Samstag, 9. Juli 2011, 10:18

Larve der Rachenbremse

Waidmanns Heil, @Community.

Viele Jäger kennen sie, der unerfahrene Jungjäger wird sie kennen lernen: die Larven der Rachenbremse.
Alle drei vorkommenden Arten sind eine wahre Geißel unseres Schalenwildes. Sowohl Reh- als auch Rotwild werden von diesen Endoparasiten befallen.

In Kurzfassung:

Die Rachenbremse (Fliege) "bläst" ihre Larven in den Windfangbereich des Wildes.
Diese bewegen sich darauf hin in die Atemgänge, verankern sich und wachsen dort zu stattlicher Größe heran.
Ausgeniest können sie bis zu deren Reife vom Wild nicht werden.
Mit vollzogerner Reife verlassen die Larven das Stück, und graben sich zum Verpuppen in´s Erdreich ein.
Dort gedeihen sie zum flugfähigen Insekt und der Kreislauf beginnt von vorne.

Die Larven werden ca. 20 - 25mm lang und ca. 8 - 10mm dick

Anbei zwei Fotos:





In der Folgezeit kommen die befallenen Stücke sehr stark ab, verlieren durch die Schwächung massiv an Gewicht und auch das Verfärben findet nicht mehr richtig statt.
In seltenen Fällen dringen die Larven bis in die Lunge vor und verursachen dort eine tödliche Entzündung.

Hier eine befallene Schmalgeiß.
Die Graue wog aufgebrochen, ohne Haupt, ca. 6,5Kg.
Man tut gut daran, derlei Stücke zu entnehmen. Einerseits wird dadurch das Leiden der Stücke abgekürzt, einem bevorstehendem Siechtum im Vorfeld ein Ende bereitet und, andererseits, der Kreislauf der Larvenentwicklung durch deren Beseitigung gebrochen.





Waidmanns Heil
Anblick, Waidmanns Heil und bestn Gruaß vom Gipfl...... #Bier

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Montag, 18. Juli 2011, 22:45

Re: Larve der Rachenbremse

Die Genießbarkeit des Wildbrets ist aber meines Wissens gegeben, oder liege ich hierbei falsch?

Vermuteten bei "meinem" Rehbock auch, er habe die Rachenbremsen, er schnaubte öfters so, als er aus dem Einstand trat, letztendlich war es doch Fehlalarm.
Ein guter Schuss zur rechten Zeit, schafft Ruhe und Zufriedenheit!

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Dienstag, 19. Juli 2011, 11:31

Re: Larve der Rachenbremse

Bei allen meinen erlegten Rehböcken im Frühjahr u. Sommer habe ich Rachenbremsenbefall festgestellt.
Mal mehr , mal weniger. Ob im Tal auf 550 m oder am Berg ab 1500m.
Als Jäger bekommst beim ersten Eindruck des Wildes natürlich auch einiges mit.
Rachenbremsenbefall , solange es "nur" der ist , tut dem Verzehr keinen abbruch.
Bei allzustarkem Befall wirkt es sich natürlich auch auf andere Organe mit aus , siehe der Eindrucksvollen Bilderdokumentation des Themenstarters .
Jagen ist Verantwortung , Hege aber auch Freude.