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41

Dienstag, 18. Februar 2020, 09:52

Behördlicher angeordneter Abschuss

http://www.sbg-jaegerschaft.at/neuigkeit…duktionsgatter/
Vielleicht machen die, die diese aktion befürworten, sich die Mühe und lesen die Stellungnahmen der Salzburger und Tiroler Jägerschaft dazu durch. Dem muss man nichts hinzufügen, meine ich. Vielleicht bringt es manche Befürworter hier im Forum doch noch dazu, umzudenken.

Einige Zitate daraus:

Wildreduktionsgatter: Stellungnahme der Salzburger Jägerschaft
Liebe Salzburger Jägerinnen und Jäger,
die Zwangsabschüsse in einem Kleinstgatter in Kaisers in Tirol am 9. Februar 2020 lassen zu Recht die Wogen hochgehen.
In
wenigen Minuten wurden 33 Stück Rotwild, im Auftrag der Behörde,
abgeschossen. Es ist meine Hoffnung, dass sich daran kein Jäger oder
Jägerin beteiligt hat. Dies hat nichts mit der Jagd zu tun, welche wir
so vehement vertreten.
Landesjägermeister Larcher fordert nach Lokalaugenschein Konsequenzen für alle am Rotwild-Massaker beteiligte Behördenvertreter und Schützen - Vertrauensbasis ist zerstört!Für die Verantwortlichen darf dieser Skandal nicht ohne Folgen bleiben. Jägerschaft lehnt Zusammenarbeit mit involvierten Behördenvertretern ab und fordert Landesregierung auf, diese künftig nicht mehr in jagdlichen Themen zu engagieren




TIROLER JÄGERVERBAND Landesjägermeister DI (FH) Anton Larcher Tel.: 0664 6181610, Email: anton@larcher.at

Ein solch extremes Vorgehen wie in Kaisers wird vom Tiroler Jägerverband auf das Schärfste abgelehnt; hierzu hat der Vorstand des Tiroler Jägerverbandes – umfassend alle Bezirksjägermeister Tirols – heute in einer Vorstands- und Präsidiumssitzung unmissver-ständlich einen klaren Beschluss gefasst.

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Die vollständigen Stellungnahmen dieser VErbände sind im Link ganz oben nachzulesen
Jagdfreund

42

Dienstag, 18. Februar 2020, 12:57

http://www.sbg-jaegerschaft.at/neuigkeit…duktionsgatter/
Vielleicht machen die, die diese aktion befürworten, sich die Mühe und lesen die Stellungnahmen der Salzburger und Tiroler Jägerschaft dazu durch. Dem muss man nichts hinzufügen, meine ich. Vielleicht bringt es manche Befürworter hier im Forum doch noch dazu, umzudenken.

Einige Zitate daraus:

Wildreduktionsgatter: Stellungnahme der Salzburger Jägerschaft
Liebe Salzburger Jägerinnen und Jäger,
die Zwangsabschüsse in einem Kleinstgatter in Kaisers in Tirol am 9. Februar 2020 lassen zu Recht die Wogen hochgehen.
In
wenigen Minuten wurden 33 Stück Rotwild, im Auftrag der Behörde,
abgeschossen. Es ist meine Hoffnung, dass sich daran kein Jäger oder
Jägerin beteiligt hat. Dies hat nichts mit der Jagd zu tun, welche wir
so vehement vertreten.
Landesjägermeister Larcher fordert nach Lokalaugenschein Konsequenzen für alle am Rotwild-Massaker beteiligte Behördenvertreter und Schützen - Vertrauensbasis ist zerstört!Für die Verantwortlichen darf dieser Skandal nicht ohne Folgen bleiben. Jägerschaft lehnt Zusammenarbeit mit involvierten Behördenvertretern ab und fordert Landesregierung auf, diese künftig nicht mehr in jagdlichen Themen zu engagieren




TIROLER JÄGERVERBAND Landesjägermeister DI (FH) Anton Larcher Tel.: 0664 6181610, Email: anton@larcher.at

Ein solch extremes Vorgehen wie in Kaisers wird vom Tiroler Jägerverband auf das Schärfste abgelehnt; hierzu hat der Vorstand des Tiroler Jägerverbandes – umfassend alle Bezirksjägermeister Tirols – heute in einer Vorstands- und Präsidiumssitzung unmissver-ständlich einen klaren Beschluss gefasst.

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Die vollständigen Stellungnahmen dieser VErbände sind im Link ganz oben nachzulesen
Jagdfreund




Gibt es denn bereits eine Stellungnahme der Landesveterinärbehörde? Ich habe im Netz leider nix gefunden.

Bleiben wir sachlich! Was war der offizielle Grund für die Keulung? Reduktion oder Prävention? Es geht nicht um Glaube sondern um offizielle Angaben seitens der Behörde.

In der Verlautbarung lehnt der Landesjägermeister Gatterentnahmen zur Reduktion grundsätzlich ab und zwar unabhängig von dem Vorfall in Kaisers. Dazu sind drei Dinge zu sagen:

1. Wenn die Abschußvorgaben von den Jagdverantwortlichen eingehalten werden und die Abschüsse auch möglich sind, kommt die Frage nach dem Gatter gar nicht auf.
2. Man muss es nicht so machen, wie in Kaisers. Gatterentnahmen lassen sich sehrwohl vernünftig und tierschutzgerecht durchführen.
3. Für den Fall, dass Abschussvorgaben nicht mehr erreicht werden (nachhaltig), darf es keine Denkverbote geben. Wenn es die Jäger mit den herkömmlichen Methoden einfach nicht mehr schaffen, kann
die Lösung KEINESFALLS sein, höheren Schaden zu akzeptieren, nur damit die Jagd so laufen kann, wie sie schon immer gelaufen ist. Niemand anders als die Jäger höchstselbst haben es in der Hand, was in der Zukunft kommen wird.

Es gäbe also zwei Themen, die man fein säuberlich getrennt diskutieren könnte:
1. Der Vorfall in Kaisers sowie die Frage bzw. Abwägung vor dem Hintergrund der Prävention von Krankheiten
2. Die grundsätzliche Möglichkeit der Bestandsreduktion im Gatter bei nachhaltig nicht erfüllten Abschußvorgaben.

Thema 1 hat mit Thema 2 haben miteinander 0,00 zu tun. Der Herr Landesjägermeister wirft das aber alles in einen Topf. Das geht leider so nicht!

Bitte versteht mich jetzt nicht falsch. Ich bin KEIN Freund der Gatterung und von Abschüssen im Gatter. Aber das Problem der Abschußplanerfüllung ist für mich eine reine Verstandsfrage und es darf keine Debatten darüber geben, dass diese Pläne nachhaltig zu erfüllen sind!! Es geht nicht an, dass in Zukunft zulasten der Habitate und eines sich natürlich verjüngenden Waldes Bestände gehegt werden, damit auch noch der letzte Jäger aus Wien, München, Hamburg, den Niederlanden, Luxemburg oder sonstwoher seine Hirschen nach Preisliste oder Abschußpaket schießen kann.

Dieses Thema betrifft ganz erheblich die Zukunft unserer Jagd. Wer nicht endlich lernt und einsehen will, dass bestimmte Dinge als unausweichlich zu akzeptieren sind, macht sich mitschuldig an der Verrohung der Sitten. Allen voran die tradierten Verbände, wenn sie infrage stellen, dass die Interessen der Grundeigentümer und die Interessen der Allgemeinheit an intakten Ökosystemen in unseren angepassten Kulturlandschaften ABSOLUTEN Vorrang gegenüber jagdlichen Interessen haben. Anders wird Jagd in Zukunft auch nicht den größten Teilen der nichtjagenden Gesellschaft zu verkaufen sein.
WMH und Ho´ Rüd´ Ho´
Eibenschnitzer

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«Wer nicht liebt Wein, Weib, Gesang, der bleibt ein Narr sein Leben lang.»
[ Johann Heinrich Voss (1751-1826)]

43

Dienstag, 18. Februar 2020, 13:03

Lieder Jagdfreund du bist fachlich komplett am Holzweg.
Nochmal:
Les das Positionspapier der Jagd Österreich das ALLE LANDESJAGDVERBÄNDE UNTERSCHRIEBEN HABEN.
GENAU DAS IST HIER PASSIERT.

Und ich bin kein Befürworter.

Schade dass du hier so ein Brille aufhast.

Beste Grüße

44

Mittwoch, 19. Februar 2020, 09:53

Behördlicher angeordneter Abschuss

Lieder Jagdfreund du bist fachlich komplett am Holzweg.
Nochmal:
Les das Positionspapier der Jagd Österreich das ALLE LANDESJAGDVERBÄNDE UNTERSCHRIEBEN HABEN.
GENAU DAS IST HIER PASSIERT.

Auf der homepage von DACH - dem gemeinsamen Verband aller Landesjagdverbände - findet sich folgende Information. Wenn das den Grundsätzen, Positionspapieren etc, von DACH widersprechen würde, hätte man wohl diese Stellungnahme nicht auf die homepage gestellt. Und die Landesjägermeister von Tirol und Salzburg, sind ja Mitglieder von DACH. Und sie haben sich ganz vehement gegen diese "Maßnahme" ausgesprochen. Übrigens auch bereits Vorarlberg und OÖ.
Presseinformation Tirol: Reduktionsgatter

Landesjägermeister Larcher fordert nach Lokalaugenschein
Konsequenzen für alle am Rotwild-Massaker beteiligte Behördenvertreter
und Schützen – Vertrauensbasis ist zerstört!

Für die Verantwortlichen darf dieser Skandal nicht ohne
Folgen bleiben. Jägerschaft lehnt Zusammenarbeit mit involvierten
Behördenvertretern ab und fordert Landesregierung auf, diese künftig
nicht mehr in jagdlichen Themen zu engagieren.

Andi73

Rotwildjäger

Beiträge: 475

Beruf: Wirtschaftsinformatiker

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45

Mittwoch, 19. Februar 2020, 10:12

was Nixon anspricht ist auf https://www.jagd-oesterreich.at/media/positionspapiere/ zu finden.

Grundsätzlich ist gegen Reduktionsgatter laut unserer Dachmarke nichts einzuwenden, wenn das entsprechend umgesetzt wird - und das dürfte laut Landesjagdverband nicht passiert sein.

Mehr ist dazu auch nicht mehr zu sagen. Traurig genug dieses Thema - möchte die Bilder wieder aus dem Kopf bekommen.

Wmh.
Andi

46

Mittwoch, 19. Februar 2020, 10:28

Behördlicher angeordneter Abschuss

Mehr ist dazu auch nicht mehr zu sagen. Traurig genug dieses Thema

Ja, ich glaube auch, dass wir diese Diskussion langsam beenden sollten: Noch einmal: Es geht mir und offfenbar fast allen, die sich ablehnend geäußert haben, "nur" um diese ganz konkrete Aktion. Nicht um Gatterabschüsse im allgemeinen. Obowohl dieses Aktion natürlich dazu geführt hat, Gaterabschüsse generell in Frage zu stellen. (Siehe Beschlüssse dazu in tirol ....)


Jagdfreund

47

Mittwoch, 19. Februar 2020, 13:40

Grundsätzlich ist gegen Reduktionsgatter laut unserer Dachmarke nichts einzuwenden, wenn das entsprechend umgesetzt wird - und das dürfte laut Landesjagdverband nicht passiert sein.


Inwiefern stellt ihr euch eine "entsprechende" Umsetzung in einem Keulungsgatter bitte vor?
Das mag in einem Fleischgatter oder einem richtigen Wintergatter mit Vorfanggattern und der Entnahme von Einzelstücken funktioneren, aber doch nicht wenn 30 Wildtiere in einem kleinen eingezäunten Bereich gefangen werden.

Natürlich könnte man Vorkehrungen treffen um das ganze "etwas" humaner zu gestalten (zB. rundes Gatter anstatt eckig, Schüsse mit Hornet und Dämpfer auf Träger oder Haupt um weniger zu beunruhigen, etc.)
Panik löst jedoch schon das Schließen der Eingänge aus, ohne dass überhaupt ein Schuss gefallen ist...

Für mich bleibt es eine seuchentechnische Notlösung, welche jagdlich nicht in Frage kommen darf.

Wmh

48

Donnerstag, 20. Februar 2020, 11:28

Grundsätzlich ist gegen Reduktionsgatter laut unserer Dachmarke nichts einzuwenden, wenn das entsprechend umgesetzt wird - und das dürfte laut Landesjagdverband nicht passiert sein.


Inwiefern stellt ihr euch eine "entsprechende" Umsetzung in einem Keulungsgatter bitte vor?
Das mag in einem Fleischgatter oder einem richtigen Wintergatter mit Vorfanggattern und der Entnahme von Einzelstücken funktioneren, aber doch nicht wenn 30 Wildtiere in einem kleinen eingezäunten Bereich gefangen werden.

Natürlich könnte man Vorkehrungen treffen um das ganze "etwas" humaner zu gestalten (zB. rundes Gatter anstatt eckig, Schüsse mit Hornet und Dämpfer auf Träger oder Haupt um weniger zu beunruhigen, etc.)
Panik löst jedoch schon das Schließen der Eingänge aus, ohne dass überhaupt ein Schuss gefallen ist...

Für mich bleibt es eine seuchentechnische Notlösung, welche jagdlich nicht in Frage kommen darf.

Wmh



Der einzelne Schuss ist nicht beunruhigend, auch ohne Vorfanggatter nicht. Einfach mal zuschauen, wenn das einer macht, der ein Gehege betreibt. Im NP Bayerischer Wald wird mit Vorfanggattern gearbeitet. Skandalfrei!
Es war sicher eine seuchentechnische Notlösung und es ging sicherlich auch um die Kosten. Ich frage mich auch, wie man es hätte anders machen können. Ein größeres Gatter mit Vorfanggatter bauen? In einem zu kleinen Gatter täglich nur ein Stück entnehmen und im zu kleinen Gatter immer wieder Unruhe / Panik hineinbringen? Alle Tiere incl. der möglicherweise infizierten Stücke frei lassen?

Eine eventuelle Entnahme in Wintergattern zur Bestandsreduktion darf aber nicht als NoGo erklärt werden. Wo keine Bewegungsjagden möglich sind oder nicht effizient genug und auch der Ansitz bzw. die Pirsch infolge des Jagddrucks zunehmend eine bedarfsgerechte Jagd erschweren, muss man sich was einfallen lassen.
WMH und Ho´ Rüd´ Ho´
Eibenschnitzer

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«Wer nicht liebt Wein, Weib, Gesang, der bleibt ein Narr sein Leben lang.»
[ Johann Heinrich Voss (1751-1826)]

49

Freitag, 21. Februar 2020, 18:21

Wo keine Bewegungsjagden möglich sind oder nicht effizient genug und auch der Ansitz bzw. die Pirsch infolge des Jagddrucks zunehmend eine bedarfsgerechte Jagd erschweren, muss man sich was einfallen lassen.

Da gebe ich dir volkommen recht. Allerdings sollte man sich in solchen Gebieten durchaus die Frage stellen, ob es sinnvoll ist durch Fütterungen den Bestand künstlich in die Höhe zu treiben und gleichermaßen mit dem Abschuss hinten und vorne nicht zusammenzukommen.
Wenn der Zuwachs jährlich brav abgeschöpft wird kommt man erst gar nicht in diese Situation, das ist natürlich auch bei Fütterungsbetrieb möglich. Man sollte jedoch über seinen Wildstand einen guten Überbklick haben, die Abschussplanung in Österreich ist schon eine sehr sehr sehr theoretische Prozedur - da können die realen Verhältnisse draußen je nach Region gewaltig abweichen.

Wmh

50

Samstag, 22. Februar 2020, 00:25

Wo keine Bewegungsjagden möglich sind oder nicht effizient genug und auch der Ansitz bzw. die Pirsch infolge des Jagddrucks zunehmend eine bedarfsgerechte Jagd erschweren, muss man sich was einfallen lassen.

Da gebe ich dir volkommen recht. Allerdings sollte man sich in solchen Gebieten durchaus die Frage stellen, ob es sinnvoll ist durch Fütterungen den Bestand künstlich in die Höhe zu treiben und gleichermaßen mit dem Abschuss hinten und vorne nicht zusammenzukommen.
Wenn der Zuwachs jährlich brav abgeschöpft wird kommt man erst gar nicht in diese Situation, das ist natürlich auch bei Fütterungsbetrieb möglich. Man sollte jedoch über seinen Wildstand einen guten Überbklick haben, die Abschussplanung in Österreich ist schon eine sehr sehr sehr theoretische Prozedur - da können die realen Verhältnisse draußen je nach Region gewaltig abweichen.

Wmh


Ich weiß nicht, wie das in den rotwildstärksten Bundesländern Österreichs (Steiermark, Tirol) läuft, aber beim Thema Fütterung denke ich schon, dass man unterscheiden sollte. Meine Meinung ist, dass man Reh- und Gamswild nicht füttern sollte, weil sich diese Arten im Prinzip frei ausbreiten bzw. bewegen dürfen und wenn man bei diesen Arten winterliche Ausfälle hat, ist das Natur. Bei uns wird Rotwild hingegen nicht überall geduldet, d. h. wir schränken natürliche Lebensräume dieser Art massiv ein und berauben Rotwild folglich auch der Möglichkeit, sich Energiequellen zu suchen. Deshalb ist es ethisch für den Menschen schon eine Verpflichtung, zu füttern oder entsprechende Wintergatter einzurichten. Anders sehe ich es, wenn wir das Rotwild frei ziehen lassen. Es überall dort dulden, wo es die Art hinverschlägt bzw. das Habitat für die Art einen geeigneten Lebensraum darstellt. Dann entfiele auch bei Rotwild eine ethische Verpflichtung zur Fütterung.

Warum treibt man Deiner Meinung nach den Bestand durch Fütterung künstlich nach oben? Rotwildbrunft findet nicht im Winter statt.
Man hilft dem vorhandenen Bestand doch nur über die Notzeit. Ich sehe die Themen Fütterung und verfehlte Abschußpläne nicht in einem gemeinsamen Kontext.

Wie ist das in Österreich beim Rotwild? Es muss doch bei der Festsetzung von Abschußvorgaben ein Zusammenhang mit der Wildschadenssituation hergestellt werden. Wenn Schäden weniger geworden sind, wird man den Abschuß doch auch bei Euch nicht hochsetzen oder?
WMH und Ho´ Rüd´ Ho´
Eibenschnitzer

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«Wer nicht liebt Wein, Weib, Gesang, der bleibt ein Narr sein Leben lang.»
[ Johann Heinrich Voss (1751-1826)]

51

Dienstag, 25. Februar 2020, 17:28

Anders sehe ich es, wenn wir das Rotwild frei ziehen lassen. Es überall dort dulden, wo es die Art hinverschlägt bzw. das Habitat für die Art einen geeigneten Lebensraum darstellt. Dann entfiele auch bei Rotwild eine ethische Verpflichtung zur Fütterung.

Theoretisch richtig, praktisch ist es zumindest bei uns in Tirol, und das wird auch viele andere Gebiete betreffen, dem Rotwild nicht mehr möglich in ihre "ehemaligen" Überwinterungsgebiete zu ziehen.
Die Wanderrouten sind von Autobahnen durchzogen und eine freie Wanderung ist nicht mehr möglich.


Warum treibt man Deiner Meinung nach den Bestand durch Fütterung künstlich nach oben? Rotwildbrunft findet nicht im Winter statt.
Man hilft dem vorhandenen Bestand doch nur über die Notzeit. Ich sehe die Themen Fütterung und verfehlte Abschußpläne nicht in einem gemeinsamen Kontext.

Die künstliche Bestandeserhöhung schließe ich aus der Kombination geringerer Winterverluste und erhöhter Zuwachsraten - auch schwächere Tiere sammeln über den Winter genug Reserven um ein gesundes Kalb zu setzen. Über die Jahre gesehen kann sich ein enormer Überbestand entwickeln, dem es oft mit normalen Methoden schwer ist Herr zu werden...
Der Bereich einer Fütterung ist ebenso einem wesentlich höherem Verbiss- und Schäldruck ausgesetzt und sollte nicht nach Zufallsprinzipien ausgewählt werden!
Auch falsche Futtermittelzusammensetzung und Beunruhigung bei der Fütterung kann zu erhöhten Schälschäden führen.

Nicht falsch verstehen - ich will damit nur sagen, wenn gefüttert wird, dann muss das ganze profesionell ablaufen, sowohl die Fütterung als auch die Abschussgestaltung!

Wie ist das in Österreich beim Rotwild? Es muss doch bei der Festsetzung von Abschußvorgaben ein Zusammenhang mit der Wildschadenssituation hergestellt werden. Wenn Schäden weniger geworden sind, wird man den Abschuß doch auch bei Euch nicht hochsetzen oder?

Als Grundlage für die Abschussplanung werden zumindest beim Rotwild Zählungen an Fütterungen mehrmals im Winter bei Vollmond durchgeführt. Auch Waldbegehungen werden jährlich mit revierexternem Forstpersonal durchgeführt.
Wie aussagekräftig diese Erkenntnisse sind ist schwer zu sagen.
Die Laubholztriebe im Frühjahr, welche meist ganz oben auf dem Speiseplan stehen und bei Verlust zu einer Baumartenentmischung führen werden wohl kaum aufgenommen :P
Und so kommt es wie in vielen Gebieten Österreichs zu nicht standortsangepassten, homogenen und instabilen Beständen - sowohl der Käfer als auch der Wind kann dem Ganzen dann schnell ein Ende bereiten :pinch:

Wmh