Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Das Jägerforum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

41

Dienstag, 18. Februar 2020, 09:52

Behördlicher angeordneter Abschuss

http://www.sbg-jaegerschaft.at/neuigkeit…duktionsgatter/
Vielleicht machen die, die diese aktion befürworten, sich die Mühe und lesen die Stellungnahmen der Salzburger und Tiroler Jägerschaft dazu durch. Dem muss man nichts hinzufügen, meine ich. Vielleicht bringt es manche Befürworter hier im Forum doch noch dazu, umzudenken.

Einige Zitate daraus:

Wildreduktionsgatter: Stellungnahme der Salzburger Jägerschaft
Liebe Salzburger Jägerinnen und Jäger,
die Zwangsabschüsse in einem Kleinstgatter in Kaisers in Tirol am 9. Februar 2020 lassen zu Recht die Wogen hochgehen.
In
wenigen Minuten wurden 33 Stück Rotwild, im Auftrag der Behörde,
abgeschossen. Es ist meine Hoffnung, dass sich daran kein Jäger oder
Jägerin beteiligt hat. Dies hat nichts mit der Jagd zu tun, welche wir
so vehement vertreten.
Landesjägermeister Larcher fordert nach Lokalaugenschein Konsequenzen für alle am Rotwild-Massaker beteiligte Behördenvertreter und Schützen - Vertrauensbasis ist zerstört!Für die Verantwortlichen darf dieser Skandal nicht ohne Folgen bleiben. Jägerschaft lehnt Zusammenarbeit mit involvierten Behördenvertretern ab und fordert Landesregierung auf, diese künftig nicht mehr in jagdlichen Themen zu engagieren




TIROLER JÄGERVERBAND Landesjägermeister DI (FH) Anton Larcher Tel.: 0664 6181610, Email: anton@larcher.at

Ein solch extremes Vorgehen wie in Kaisers wird vom Tiroler Jägerverband auf das Schärfste abgelehnt; hierzu hat der Vorstand des Tiroler Jägerverbandes – umfassend alle Bezirksjägermeister Tirols – heute in einer Vorstands- und Präsidiumssitzung unmissver-ständlich einen klaren Beschluss gefasst.

------------


Die vollständigen Stellungnahmen dieser VErbände sind im Link ganz oben nachzulesen
Jagdfreund

42

Dienstag, 18. Februar 2020, 12:57

http://www.sbg-jaegerschaft.at/neuigkeit…duktionsgatter/
Vielleicht machen die, die diese aktion befürworten, sich die Mühe und lesen die Stellungnahmen der Salzburger und Tiroler Jägerschaft dazu durch. Dem muss man nichts hinzufügen, meine ich. Vielleicht bringt es manche Befürworter hier im Forum doch noch dazu, umzudenken.

Einige Zitate daraus:

Wildreduktionsgatter: Stellungnahme der Salzburger Jägerschaft
Liebe Salzburger Jägerinnen und Jäger,
die Zwangsabschüsse in einem Kleinstgatter in Kaisers in Tirol am 9. Februar 2020 lassen zu Recht die Wogen hochgehen.
In
wenigen Minuten wurden 33 Stück Rotwild, im Auftrag der Behörde,
abgeschossen. Es ist meine Hoffnung, dass sich daran kein Jäger oder
Jägerin beteiligt hat. Dies hat nichts mit der Jagd zu tun, welche wir
so vehement vertreten.
Landesjägermeister Larcher fordert nach Lokalaugenschein Konsequenzen für alle am Rotwild-Massaker beteiligte Behördenvertreter und Schützen - Vertrauensbasis ist zerstört!Für die Verantwortlichen darf dieser Skandal nicht ohne Folgen bleiben. Jägerschaft lehnt Zusammenarbeit mit involvierten Behördenvertretern ab und fordert Landesregierung auf, diese künftig nicht mehr in jagdlichen Themen zu engagieren




TIROLER JÄGERVERBAND Landesjägermeister DI (FH) Anton Larcher Tel.: 0664 6181610, Email: anton@larcher.at

Ein solch extremes Vorgehen wie in Kaisers wird vom Tiroler Jägerverband auf das Schärfste abgelehnt; hierzu hat der Vorstand des Tiroler Jägerverbandes – umfassend alle Bezirksjägermeister Tirols – heute in einer Vorstands- und Präsidiumssitzung unmissver-ständlich einen klaren Beschluss gefasst.

------------


Die vollständigen Stellungnahmen dieser VErbände sind im Link ganz oben nachzulesen
Jagdfreund




Gibt es denn bereits eine Stellungnahme der Landesveterinärbehörde? Ich habe im Netz leider nix gefunden.

Bleiben wir sachlich! Was war der offizielle Grund für die Keulung? Reduktion oder Prävention? Es geht nicht um Glaube sondern um offizielle Angaben seitens der Behörde.

In der Verlautbarung lehnt der Landesjägermeister Gatterentnahmen zur Reduktion grundsätzlich ab und zwar unabhängig von dem Vorfall in Kaisers. Dazu sind drei Dinge zu sagen:

1. Wenn die Abschußvorgaben von den Jagdverantwortlichen eingehalten werden und die Abschüsse auch möglich sind, kommt die Frage nach dem Gatter gar nicht auf.
2. Man muss es nicht so machen, wie in Kaisers. Gatterentnahmen lassen sich sehrwohl vernünftig und tierschutzgerecht durchführen.
3. Für den Fall, dass Abschussvorgaben nicht mehr erreicht werden (nachhaltig), darf es keine Denkverbote geben. Wenn es die Jäger mit den herkömmlichen Methoden einfach nicht mehr schaffen, kann
die Lösung KEINESFALLS sein, höheren Schaden zu akzeptieren, nur damit die Jagd so laufen kann, wie sie schon immer gelaufen ist. Niemand anders als die Jäger höchstselbst haben es in der Hand, was in der Zukunft kommen wird.

Es gäbe also zwei Themen, die man fein säuberlich getrennt diskutieren könnte:
1. Der Vorfall in Kaisers sowie die Frage bzw. Abwägung vor dem Hintergrund der Prävention von Krankheiten
2. Die grundsätzliche Möglichkeit der Bestandsreduktion im Gatter bei nachhaltig nicht erfüllten Abschußvorgaben.

Thema 1 hat mit Thema 2 haben miteinander 0,00 zu tun. Der Herr Landesjägermeister wirft das aber alles in einen Topf. Das geht leider so nicht!

Bitte versteht mich jetzt nicht falsch. Ich bin KEIN Freund der Gatterung und von Abschüssen im Gatter. Aber das Problem der Abschußplanerfüllung ist für mich eine reine Verstandsfrage und es darf keine Debatten darüber geben, dass diese Pläne nachhaltig zu erfüllen sind!! Es geht nicht an, dass in Zukunft zulasten der Habitate und eines sich natürlich verjüngenden Waldes Bestände gehegt werden, damit auch noch der letzte Jäger aus Wien, München, Hamburg, den Niederlanden, Luxemburg oder sonstwoher seine Hirschen nach Preisliste oder Abschußpaket schießen kann.

Dieses Thema betrifft ganz erheblich die Zukunft unserer Jagd. Wer nicht endlich lernt und einsehen will, dass bestimmte Dinge als unausweichlich zu akzeptieren sind, macht sich mitschuldig an der Verrohung der Sitten. Allen voran die tradierten Verbände, wenn sie infrage stellen, dass die Interessen der Grundeigentümer und die Interessen der Allgemeinheit an intakten Ökosystemen in unseren angepassten Kulturlandschaften ABSOLUTEN Vorrang gegenüber jagdlichen Interessen haben. Anders wird Jagd in Zukunft auch nicht den größten Teilen der nichtjagenden Gesellschaft zu verkaufen sein.
WMH und Ho´ Rüd´ Ho´
Eibenschnitzer

-------------------------------------------------------------------------------------------
«Wer nicht liebt Wein, Weib, Gesang, der bleibt ein Narr sein Leben lang.»
[ Johann Heinrich Voss (1751-1826)]

43

Dienstag, 18. Februar 2020, 13:03

Lieder Jagdfreund du bist fachlich komplett am Holzweg.
Nochmal:
Les das Positionspapier der Jagd Österreich das ALLE LANDESJAGDVERBÄNDE UNTERSCHRIEBEN HABEN.
GENAU DAS IST HIER PASSIERT.

Und ich bin kein Befürworter.

Schade dass du hier so ein Brille aufhast.

Beste Grüße

44

Mittwoch, 19. Februar 2020, 09:53

Behördlicher angeordneter Abschuss

Lieder Jagdfreund du bist fachlich komplett am Holzweg.
Nochmal:
Les das Positionspapier der Jagd Österreich das ALLE LANDESJAGDVERBÄNDE UNTERSCHRIEBEN HABEN.
GENAU DAS IST HIER PASSIERT.

Auf der homepage von DACH - dem gemeinsamen Verband aller Landesjagdverbände - findet sich folgende Information. Wenn das den Grundsätzen, Positionspapieren etc, von DACH widersprechen würde, hätte man wohl diese Stellungnahme nicht auf die homepage gestellt. Und die Landesjägermeister von Tirol und Salzburg, sind ja Mitglieder von DACH. Und sie haben sich ganz vehement gegen diese "Maßnahme" ausgesprochen. Übrigens auch bereits Vorarlberg und OÖ.
Presseinformation Tirol: Reduktionsgatter

Landesjägermeister Larcher fordert nach Lokalaugenschein
Konsequenzen für alle am Rotwild-Massaker beteiligte Behördenvertreter
und Schützen – Vertrauensbasis ist zerstört!

Für die Verantwortlichen darf dieser Skandal nicht ohne
Folgen bleiben. Jägerschaft lehnt Zusammenarbeit mit involvierten
Behördenvertretern ab und fordert Landesregierung auf, diese künftig
nicht mehr in jagdlichen Themen zu engagieren.

Andi73

Rotwildjäger

Beiträge: 521

Beruf: Wirtschaftsinformatiker

  • Nachricht senden

45

Mittwoch, 19. Februar 2020, 10:12

was Nixon anspricht ist auf https://www.jagd-oesterreich.at/media/positionspapiere/ zu finden.

Grundsätzlich ist gegen Reduktionsgatter laut unserer Dachmarke nichts einzuwenden, wenn das entsprechend umgesetzt wird - und das dürfte laut Landesjagdverband nicht passiert sein.

Mehr ist dazu auch nicht mehr zu sagen. Traurig genug dieses Thema - möchte die Bilder wieder aus dem Kopf bekommen.

Wmh.
Andi

46

Mittwoch, 19. Februar 2020, 10:28

Behördlicher angeordneter Abschuss

Mehr ist dazu auch nicht mehr zu sagen. Traurig genug dieses Thema

Ja, ich glaube auch, dass wir diese Diskussion langsam beenden sollten: Noch einmal: Es geht mir und offfenbar fast allen, die sich ablehnend geäußert haben, "nur" um diese ganz konkrete Aktion. Nicht um Gatterabschüsse im allgemeinen. Obowohl dieses Aktion natürlich dazu geführt hat, Gaterabschüsse generell in Frage zu stellen. (Siehe Beschlüssse dazu in tirol ....)


Jagdfreund

47

Mittwoch, 19. Februar 2020, 13:40

Grundsätzlich ist gegen Reduktionsgatter laut unserer Dachmarke nichts einzuwenden, wenn das entsprechend umgesetzt wird - und das dürfte laut Landesjagdverband nicht passiert sein.


Inwiefern stellt ihr euch eine "entsprechende" Umsetzung in einem Keulungsgatter bitte vor?
Das mag in einem Fleischgatter oder einem richtigen Wintergatter mit Vorfanggattern und der Entnahme von Einzelstücken funktioneren, aber doch nicht wenn 30 Wildtiere in einem kleinen eingezäunten Bereich gefangen werden.

Natürlich könnte man Vorkehrungen treffen um das ganze "etwas" humaner zu gestalten (zB. rundes Gatter anstatt eckig, Schüsse mit Hornet und Dämpfer auf Träger oder Haupt um weniger zu beunruhigen, etc.)
Panik löst jedoch schon das Schließen der Eingänge aus, ohne dass überhaupt ein Schuss gefallen ist...

Für mich bleibt es eine seuchentechnische Notlösung, welche jagdlich nicht in Frage kommen darf.

Wmh

48

Donnerstag, 20. Februar 2020, 11:28

Grundsätzlich ist gegen Reduktionsgatter laut unserer Dachmarke nichts einzuwenden, wenn das entsprechend umgesetzt wird - und das dürfte laut Landesjagdverband nicht passiert sein.


Inwiefern stellt ihr euch eine "entsprechende" Umsetzung in einem Keulungsgatter bitte vor?
Das mag in einem Fleischgatter oder einem richtigen Wintergatter mit Vorfanggattern und der Entnahme von Einzelstücken funktioneren, aber doch nicht wenn 30 Wildtiere in einem kleinen eingezäunten Bereich gefangen werden.

Natürlich könnte man Vorkehrungen treffen um das ganze "etwas" humaner zu gestalten (zB. rundes Gatter anstatt eckig, Schüsse mit Hornet und Dämpfer auf Träger oder Haupt um weniger zu beunruhigen, etc.)
Panik löst jedoch schon das Schließen der Eingänge aus, ohne dass überhaupt ein Schuss gefallen ist...

Für mich bleibt es eine seuchentechnische Notlösung, welche jagdlich nicht in Frage kommen darf.

Wmh



Der einzelne Schuss ist nicht beunruhigend, auch ohne Vorfanggatter nicht. Einfach mal zuschauen, wenn das einer macht, der ein Gehege betreibt. Im NP Bayerischer Wald wird mit Vorfanggattern gearbeitet. Skandalfrei!
Es war sicher eine seuchentechnische Notlösung und es ging sicherlich auch um die Kosten. Ich frage mich auch, wie man es hätte anders machen können. Ein größeres Gatter mit Vorfanggatter bauen? In einem zu kleinen Gatter täglich nur ein Stück entnehmen und im zu kleinen Gatter immer wieder Unruhe / Panik hineinbringen? Alle Tiere incl. der möglicherweise infizierten Stücke frei lassen?

Eine eventuelle Entnahme in Wintergattern zur Bestandsreduktion darf aber nicht als NoGo erklärt werden. Wo keine Bewegungsjagden möglich sind oder nicht effizient genug und auch der Ansitz bzw. die Pirsch infolge des Jagddrucks zunehmend eine bedarfsgerechte Jagd erschweren, muss man sich was einfallen lassen.
WMH und Ho´ Rüd´ Ho´
Eibenschnitzer

-------------------------------------------------------------------------------------------
«Wer nicht liebt Wein, Weib, Gesang, der bleibt ein Narr sein Leben lang.»
[ Johann Heinrich Voss (1751-1826)]

49

Freitag, 21. Februar 2020, 18:21

Wo keine Bewegungsjagden möglich sind oder nicht effizient genug und auch der Ansitz bzw. die Pirsch infolge des Jagddrucks zunehmend eine bedarfsgerechte Jagd erschweren, muss man sich was einfallen lassen.

Da gebe ich dir volkommen recht. Allerdings sollte man sich in solchen Gebieten durchaus die Frage stellen, ob es sinnvoll ist durch Fütterungen den Bestand künstlich in die Höhe zu treiben und gleichermaßen mit dem Abschuss hinten und vorne nicht zusammenzukommen.
Wenn der Zuwachs jährlich brav abgeschöpft wird kommt man erst gar nicht in diese Situation, das ist natürlich auch bei Fütterungsbetrieb möglich. Man sollte jedoch über seinen Wildstand einen guten Überbklick haben, die Abschussplanung in Österreich ist schon eine sehr sehr sehr theoretische Prozedur - da können die realen Verhältnisse draußen je nach Region gewaltig abweichen.

Wmh

50

Samstag, 22. Februar 2020, 00:25

Wo keine Bewegungsjagden möglich sind oder nicht effizient genug und auch der Ansitz bzw. die Pirsch infolge des Jagddrucks zunehmend eine bedarfsgerechte Jagd erschweren, muss man sich was einfallen lassen.

Da gebe ich dir volkommen recht. Allerdings sollte man sich in solchen Gebieten durchaus die Frage stellen, ob es sinnvoll ist durch Fütterungen den Bestand künstlich in die Höhe zu treiben und gleichermaßen mit dem Abschuss hinten und vorne nicht zusammenzukommen.
Wenn der Zuwachs jährlich brav abgeschöpft wird kommt man erst gar nicht in diese Situation, das ist natürlich auch bei Fütterungsbetrieb möglich. Man sollte jedoch über seinen Wildstand einen guten Überbklick haben, die Abschussplanung in Österreich ist schon eine sehr sehr sehr theoretische Prozedur - da können die realen Verhältnisse draußen je nach Region gewaltig abweichen.

Wmh


Ich weiß nicht, wie das in den rotwildstärksten Bundesländern Österreichs (Steiermark, Tirol) läuft, aber beim Thema Fütterung denke ich schon, dass man unterscheiden sollte. Meine Meinung ist, dass man Reh- und Gamswild nicht füttern sollte, weil sich diese Arten im Prinzip frei ausbreiten bzw. bewegen dürfen und wenn man bei diesen Arten winterliche Ausfälle hat, ist das Natur. Bei uns wird Rotwild hingegen nicht überall geduldet, d. h. wir schränken natürliche Lebensräume dieser Art massiv ein und berauben Rotwild folglich auch der Möglichkeit, sich Energiequellen zu suchen. Deshalb ist es ethisch für den Menschen schon eine Verpflichtung, zu füttern oder entsprechende Wintergatter einzurichten. Anders sehe ich es, wenn wir das Rotwild frei ziehen lassen. Es überall dort dulden, wo es die Art hinverschlägt bzw. das Habitat für die Art einen geeigneten Lebensraum darstellt. Dann entfiele auch bei Rotwild eine ethische Verpflichtung zur Fütterung.

Warum treibt man Deiner Meinung nach den Bestand durch Fütterung künstlich nach oben? Rotwildbrunft findet nicht im Winter statt.
Man hilft dem vorhandenen Bestand doch nur über die Notzeit. Ich sehe die Themen Fütterung und verfehlte Abschußpläne nicht in einem gemeinsamen Kontext.

Wie ist das in Österreich beim Rotwild? Es muss doch bei der Festsetzung von Abschußvorgaben ein Zusammenhang mit der Wildschadenssituation hergestellt werden. Wenn Schäden weniger geworden sind, wird man den Abschuß doch auch bei Euch nicht hochsetzen oder?
WMH und Ho´ Rüd´ Ho´
Eibenschnitzer

-------------------------------------------------------------------------------------------
«Wer nicht liebt Wein, Weib, Gesang, der bleibt ein Narr sein Leben lang.»
[ Johann Heinrich Voss (1751-1826)]

51

Dienstag, 25. Februar 2020, 17:28

Anders sehe ich es, wenn wir das Rotwild frei ziehen lassen. Es überall dort dulden, wo es die Art hinverschlägt bzw. das Habitat für die Art einen geeigneten Lebensraum darstellt. Dann entfiele auch bei Rotwild eine ethische Verpflichtung zur Fütterung.

Theoretisch richtig, praktisch ist es zumindest bei uns in Tirol, und das wird auch viele andere Gebiete betreffen, dem Rotwild nicht mehr möglich in ihre "ehemaligen" Überwinterungsgebiete zu ziehen.
Die Wanderrouten sind von Autobahnen durchzogen und eine freie Wanderung ist nicht mehr möglich.


Warum treibt man Deiner Meinung nach den Bestand durch Fütterung künstlich nach oben? Rotwildbrunft findet nicht im Winter statt.
Man hilft dem vorhandenen Bestand doch nur über die Notzeit. Ich sehe die Themen Fütterung und verfehlte Abschußpläne nicht in einem gemeinsamen Kontext.

Die künstliche Bestandeserhöhung schließe ich aus der Kombination geringerer Winterverluste und erhöhter Zuwachsraten - auch schwächere Tiere sammeln über den Winter genug Reserven um ein gesundes Kalb zu setzen. Über die Jahre gesehen kann sich ein enormer Überbestand entwickeln, dem es oft mit normalen Methoden schwer ist Herr zu werden...
Der Bereich einer Fütterung ist ebenso einem wesentlich höherem Verbiss- und Schäldruck ausgesetzt und sollte nicht nach Zufallsprinzipien ausgewählt werden!
Auch falsche Futtermittelzusammensetzung und Beunruhigung bei der Fütterung kann zu erhöhten Schälschäden führen.

Nicht falsch verstehen - ich will damit nur sagen, wenn gefüttert wird, dann muss das ganze profesionell ablaufen, sowohl die Fütterung als auch die Abschussgestaltung!

Wie ist das in Österreich beim Rotwild? Es muss doch bei der Festsetzung von Abschußvorgaben ein Zusammenhang mit der Wildschadenssituation hergestellt werden. Wenn Schäden weniger geworden sind, wird man den Abschuß doch auch bei Euch nicht hochsetzen oder?

Als Grundlage für die Abschussplanung werden zumindest beim Rotwild Zählungen an Fütterungen mehrmals im Winter bei Vollmond durchgeführt. Auch Waldbegehungen werden jährlich mit revierexternem Forstpersonal durchgeführt.
Wie aussagekräftig diese Erkenntnisse sind ist schwer zu sagen.
Die Laubholztriebe im Frühjahr, welche meist ganz oben auf dem Speiseplan stehen und bei Verlust zu einer Baumartenentmischung führen werden wohl kaum aufgenommen :P
Und so kommt es wie in vielen Gebieten Österreichs zu nicht standortsangepassten, homogenen und instabilen Beständen - sowohl der Käfer als auch der Wind kann dem Ganzen dann schnell ein Ende bereiten :pinch:

Wmh

52

Samstag, 28. März 2020, 21:23

Sollte jemand Interesse am Interview mit dem Bürgermeister haben, hier das Video dazu


53

Samstag, 28. März 2020, 22:38

Abschussgatter

Danke ! Schaue ich mir morgen an. ist ja relativ lang. bin neugierig

Jagdfreund

54

Sonntag, 29. März 2020, 12:28

Abschussgatter

Habe jetzt einmal die ersten 30 Minuten angesehen. Entsetzlich !

Hut ab vor dem Bürgermeister, der sich derart exponiert gegenüber den Behörden, die dieses Massaker geplant haben. Hut ab auch vor der örtlichen Bevölkerung, die sich offenbar sofort massiv gegen dieses Massacker gestellt haben.

Der Bürgermeister sagt eine Menge bemerkenswerter Dinge. U.a. "Wenn das keine Tierquälerei ist, dann weiß ich nicht mehr ....."

Diejenigen, die das geplant und durchführen haben lassen, waren sich offenbar ganz bewussst, dass diese Aktion eine Sauerei ist, die man bei Nacht und Nebel durchführen muss. Nur haben sie die Rechnung ohne den Wirt (Bürgermeister, Bevölkerung, örtliche Jägerschaft) gemacht.

So sicher nicht !!! kann man da nur sagen.

Jagdfreund

55

Montag, 30. März 2020, 01:03

Abschussgatter

Habe jetzt den Großteil des Videos gesehen: 1 Stunde von 1,22. REst folgt morgen.

Wirklich äußerst interessant ! Der Bürgermeister schildert auch die Vorgeschichte. Natürlich aus seiner Perspektive, aber immerhin ist er BErufsjäger und Lehrer und scheint die Meinung der örtliche Bevölkerung auszudrücken. Man merkt , der Mann ist intelligent und weiß, wovon er redet.

Der Kern seiner Aussage: Das betreffende Revier hat (trotz extern zugezogener Jäger und Vorsatzgeräten für die Nachtjagd, die extra genehmigt und zur Verfügung gestellt wurden und obwohl er persönlich mitgeholfen hat ) den geforderten Abschuss nicht geschafft. Aber statt Lösungen zu suchen, wurde seiner Meinung nach versucht, ein Exempel zu statuieren. Motto: Wir werden es euch schon zeigen. .... ERgebnis: Tierquälerei im extremen Ausmaß und ein Medialer Supergau. ...............

Die Tiroler Behörden haben sich auch in diesem Fall als "hochintelligent" erwiesen.

------------------

Jagdfreund

56

Montag, 30. März 2020, 13:47

Aber statt Lösungen zu suchen, wurde seiner Meinung nach versucht, ein Exempel zu statuieren.
Die Tiroler Behörden haben sich auch in diesem Fall als "hochintelligent" erwiesen.
Was wäre für dich eine angemessene Lösung gewesen? Das Refugium an Möglichkeiten wurde vor dieser Aktion bereits zur Gänze ausgeschöpft.
Es ist immer sehr leicht Entscheidungen im Nachhinein zu kritisieren, aber eine wirkliche Alternative hat mir bis jetzt keiner nennen können...

Wmh

57

Montag, 30. März 2020, 17:28

Bin selber mal bei einem behördlichen Abschuss dabei gewesen. War allerdings eine Drückjagd auf Rotwild. Ein Haufen Treiber & Jäger vorort und nicht nur einzelne mit Wärmebild. Soweit ich mich erinnere waren ein großer Teil vom Hegering vorort.

g,

7
Dieses Posting wurde CO2 Neutral geschrieben...

58

Montag, 30. März 2020, 17:39

Behördlich genhmigter Abschuss

aber eine wirkliche Alternative hat mir bis jetzt keiner nennen können..

Der Bürgermeister, der selbst Berufsjäger ist und seit Monaten mit der Thmatik befasst war, zählt in seinem Interview einige Möglichkeiten auf. Schau dir vielleicht einmal das Video an. Aber das Ganze ! Er hat Lösungen vorgeschlagen und intensiv persönlich daran mitgeholfen, den Abschuss zumindest halbwegs zu erreichen,. Wenn der VEterinärbehörde nichts anderes einfällt als dass bei Nacht und Nebel ein einzelner Schütze, den man von weit her in diese Gegend gebracht hat, eine halbe oder dreiviertel Stunde lang in ein kleines Gatter schießt, auf 30 Stück Rotwild, das offfenbar (Fotos) völlig panisch herumrennt und die Zäune hochspringt, dann hat die Behörde völlig versagt. Ich als Jäger kann das keinesfalls gutheißen.

Und mein Eindruck ist: Hier hat man die Situation nützen wollen und auf Teufel komm raus Rotwild "reduziert". Wenn man das ganze Video ansieht bekommt man stark den Eindruck, TBC war am Ende nur mehr ein Vorwand. Da der Bürgermeister Lehrer ist, ist ihm wohl bewusst, was er an Klagen und Haftungen riskiert, wenn er in einem öffentlich verbreiteten Video Unwahrheiten erzählt. Also glaube ich ihm.

Jagdreund

59

Dienstag, 31. März 2020, 19:53

Er hat zweifelsohne Ahnung von der Thematik, das will ich ihm keineswegs absprechen!
Fakt ist jedoch, dass auch mit großen Bemühungen zum Abschuss, der Verwendung von Nachtoptiken und der Mithilfe revierexterner Jäger der Abschussplan um weiten verfehlt wurde.
Auch wenn die Behörde auf den Vorschlag eingegangen wäre und die fehlenden 20 Stück Kahlwild auf das nächste Jagdjahr aufgerechnet hätte, müsste man die Anzahl der tragenden Stücke dieser 20 als Kälber zum Abschuss hinzurechnen. Somit kämen zu den 40 Stück die ohnehin zu erlegen wären noch 20 Kahle und ca. 10 Kälber - dann wären wir bei 70 Stück...funktioniert natürlich wieder nicht wenns im Vorjahr mit 58 schon gefuxt hat 8|

Eine Thematik, die die Gemüter in einer so jagdlich geprägten Kultur wie bei uns in Tirol schnell erhitzt - das ist gut so, auch in meinen Augen hat das ganze nichts mit Jagd zutun und ich kann mich als Jäger nur davon distanzieren...ob und welche anderen Lösungswege es gegeben hätte und ob diese wirklich "besser" wären, kann man im Nachhinein nur mutmaßen.

Wmh

60

Dienstag, 31. März 2020, 22:48

Behördlich genhmigter Abschuss

ob und welche anderen Lösungswege es gegeben hätte und ob diese wirklich "besser" wären, kann man im Nachhinein nur mutmaßen.

Ich kann das natürlich auch nicht beurteilen. Da müsste man vor Ort sein und sich wirklich gut auskennen.

Mir geht es nur um eines: So wie es dort gemacht wurde, darf es nicht geschehen. Das ist gegen jede Achtung vor den Tieren, rücksichtslos und brutal. Hätte sich ein einziger unserer Fleischer gegen Tiere so verhalten, wäre er sofort hochkant aus unserer Fleischauerei hinausgeflogen. Die Ausrede, man hätte keinen anderen Weg gewusst, lasse ich absolut nicht gelten. Der Bürgermeister hat ja einige verschiedene Möglichkeiten vorsichtig angedeutet, die ich hier gar nicht durchspielen will, weil sie auch nicht besonders "schön" klingen. Aber immer noch um vieles anständiger als in diesem Fall.

Jagdfreund