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1

Samstag, 28. November 2020, 09:57

Probleme mit Abschussquoten

Zur Abwechslung einmal ein Bericht aus Vorarlberg (heute in orf.at)

https://vorarlberg.orf.at/stories/3072901/
Landesjägermeister kritisiert Abschussquoten


Der Druck, die Abschussquote zu erfüllen, ist so groß, dass
selbst der neue Landesjägermeister Christoph Breier die Freude an der
Jagd verloren hat. Auch der Ruf, den Wolf in Vorarlberg zu töten,
missfällt dem obersten Jäger des Landes. Das Gamswild dagegen laufe
Gefahr, ausgerottet zu werden.


Jagdfreund

Pampam

Schwarzwildjäger

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2

Samstag, 28. November 2020, 12:30

Überall wo es in den Bergen Almen und Rotwild gibt, besteht auch das Problem mit der TBC und den nicht erfüllbaren Abschusszahlen. Man möge mich eines Bessern belehren, aber schön langsam beschleicht mich das Gefühl, dass die TBC durch die Rindviecher der Agrarökonomen auf den Berg kommt, bzw. immer schon so auf die Almen gekommen ist und nicht umgekehrt. So wie auch die Gamsräude durch Schafe, die von den Bauern ohne Räudebad südlich vom Brenner aufgetrieben wurden. Ein Großteil der Gamspopulation im westlichen Wipptal und auch in den hinteren Teilen vom Zillertal wurde dadurch angesteckt und musste erlegt, besser gesagt von dieser schrecklichen Krankheit erlöst werden.
Im Truppenübungsplatz im Wattental wurde fast die gesamte Steinbockpopulation durch die auch von Schafen auf den Berg gebrachte Moderhinke ausgelöscht. Von den Grünen und von den Tierschützern hab ich darüber nie ein Wort gehört.
Doch nun kommt eine neue Bedrohung auf unsere Agrarökonomen zu. Es sind die großen Beutegreifer wie der Wolf und der Bär, von denen eine gewaltige Gefahr für ihre am Berg unbewachten Schafe ausgeht. Die Wölfe im Alpengebiet in Vorarlberg und Tirol ziehen auf der Suche nach einem neuen Revier nur durch, denn die starke Zersiedelung der Landschaft und die extrem starke Belastung durch den Tourismus bietet diesen Tieren keinen geeigneten Lebensraum mehr! Aber auch in der kurzen Zeit, in der sie in diesen Gebieten herumziehen, werden aus Wölfen keine Vegetarier, die Schwammerl suchen und Salat fressen!
Felix Mitterer hat uns in der letzten Folge seiner Pifkesaga gezeigt, wohin der Weg führt, wenn es so weiter geht! Oder sind wir da etwa schon angekommen?
Solange die Jäger in diesen Regionen nicht endlich von ihrer jämmerlichen Lethargie aufwachen, sich nur auf Verbände verlassen, bzw. dahinter verstecken und sich nicht selber wehren, werde ich mich aber über solche Sachen nicht mehr ärgern.

WMH Gerhard

3

Samstag, 28. November 2020, 13:38

Wie sollen sich denn die Jäger wehren?

Wie viele freie Jagdreviere kennst?

Das ist praktisch das selbe Thema wie die Pachtpreise!

Warum wehrt sich niemand bei den Spritpreisen, bei den Autopreisen, bei den Lebensmittelpreisen, bei den Mietpreisen, beim Kollektivvertrag etc?

Weil einfach mittlerweile fast jeder ersetzt werden kann, ersetzt wird usw....


Welche "Drohung" kann ein Jäger aussprechen um andere in die Knie zu zwingen?


Niederlegen der Jagd, da ist morgen jemand anderer da?
Also sollten alle zusammenhelfen? Die Theorie ist im Kindergarten schon weg! Gabs übrigens geschichtlich praktisch nie, falls jemand auf die guten alten Zeiten raus will!


Das System ändert sich höchsten wenn wenig Jäger vorhanden sind, die Probleme kommen und man um jeden Jäger froh ist. Aktuell gibt es so viele Jäger dass alles austauschbar ist.
Springt der einheimische Jäger ab, ist übermorgen jemand anderer da.

Bei uns gibts Schweizer die mitn Heli kommen für die Hirsche
Wo anders ist ein Schweizer fürs Saujagan gekommen. paar Tage im Monat Saujagan waren im alleine 10.000 Euro wert.


Wir leben in der Zeit von begrenzten Möglichkeiten und unbegrenzter Nachfrage sowie unbegrenzten Kapital!

Pampam

Schwarzwildjäger

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4

Samstag, 28. November 2020, 16:40

Scheinbar waren meine Ausführungen zu sarkastisch!

Was ich meine, ist, dass sich die Jägerschaft gegenüber der Behörde generell sehr unterwürfig zeigt. Das erste mal, dass ich wirklich eine Aufbäumen gegen die „Obrigkeit“ bei Pächtern, Aufsichtsjägern und den einfachen Jägern gesehen habe, war heuer wegen dem Tötungsgatter in Kaisers im Außerfern und den bekannten Vorfällen. Der Tiroler Jägerverband, der Landesveterinär und die Tiroler Landesregierung hätte diese abscheuliche Massaker an 33 Stk. Rotwild schweigend hingenommen, hätten sich nicht die heimischen Jäger und die Bevölkerung derart aufgelehnt.

Leider ist Kaisers nur eine sehr kleine Gemeinde, weshalb schnell Gras über die ganze Geschichte gewachsen ist. Nicht zuletzt deswegen, weil der Landesjägermeister in der Jagdzeitung ganz offen jedem mit einem Disziplinarverfahren gedroht hat, der die "Schützen", die in das „Gatter“, so groß wie ein Schrebergarten, ca. 20min lang hinein geballert haben, in irgendwelchen Kommentaren an den Pranger stellen sollte!


Die Jägerschaft als Gemeinschaft kann sich sehr wohl wehren, wenn sie mit entsprechenden Informationen die Öffentlichkeit geht. Wie man in Kaisers gesehen hat, haben solche Sachen schon entsprechende Wirkung. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bevölkerung den Abschuss von hoch trächtigem Kahlwild befürwortet. Besonders dann nicht, wenn man alles mit entsprechenden Fotos unterlegt!

Genau in der selben Art kann man aber auch bestimmte Agrarökonomen an den Pranger stellen, die aus "übertriebener Hygiene!" ihr Schafe ohne Räudebad usw. auf den Berg treiben!

Aber das muss man sich halt auch getrauen. Mir ist voll bewusst, das so ein „aufmüpfiges“ Verhalten durchaus politische und verbandsmäßige Konsequenzen haben kann.

P.S. Wenn ein steinreicher Industrieller jagdlich etwas haben will, bekommt er es auch. Da rege ich mir gar nicht auf.

5

Samstag, 28. November 2020, 17:40

Probleme mit Abschussquoten

Pampam, ich stimme dir absolut zu !
Danke vor allem, dass du hier auch Stellung beziehst gegen das Tötungsgatter in Kaisers ! Als das in den Medien war, habe ich es gewagt, hier das Gleiche zu schreiben, wie du jetzt. Da haben einige Mitglieder des Forums ganz massive gegen meine Meinung geschrieben. Nur ganz wenige haben mir zugestimmt - Leider !

@ Nixon: Die Aussage, dass es in der Geschichte nie ein Zusammenhelfen gegeben hat, muss ich leider als völlig verkehrt bezeichnen: Alle gesellschaftlichen Fortschritte in der Geschichte (Abschaffung von Diktaturen, Beseitigung von Monachrchien, Einführung von Demokratie, Beseitigung der Leibeigenschaft, Befreiung aus Sklaverei, etc. sind immer nur durch das Zusammenhalten der Benachteiligten und Unterdrückten gelungen. Ich habe mich im Laufe meines Studiums an der Uni (u.a. 5 Jahre Geschichte neben anderen Fächern) sehr ausführlich damit befasst und weiß, wovon ich rede.
Jagdfreund

Pampam

Schwarzwildjäger

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6

Samstag, 28. November 2020, 17:44

Ich möchte zu meinem vorherigen Posting noch anfügen, dass erst nach Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft und etlichen Klagedrohungen durch die Jäger wie auch durch die Bevölkerung in Kaisers zuerst die Tiroler Landesregierung aus der Deckung kam und die „Aktion verurteilt“ hat. Fast gleichzeitig hat sich dann auch der Jägerverband von dieser angeordneten Tötung distanziert, aber gleichzeitig die Disziplinarverfahren angedroht.
Offiziell sind Tötungsgatter wie in Kaisers von der Tiroler Landesregierung jetzt verboten worden. Vielleicht werden sie in größeren Dimensionen eingerichtet.
Übrigens, auch die Grünen haben sich sehr zurückgehalten und sich praktisch nicht zu den Vorfällen geäußert! Ein Schelm, der da Böses denkt!

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