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Eberhard

Jungjäger

  • »Eberhard« ist der Autor dieses Themas
  • Deutschland

Beiträge: 41

Beruf: Zerspanungsmechaniker

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1

Dienstag, 29. Dezember 2020, 00:23

Reviervorstellung

WMH
Ihr kennt sicherlich den Fürsten von Bismarck den der Sachsenwald bei Hamburg gehört. Und darin befinden sich Wildgatter die er für seine Jagdgäste angelegt hatte das war eine alte Tradition beim Adel.
Hier kommen und kamen aus der ganzen Welt die Honorigkeit des Adels . Nun mussten die Bismarcks allerdings das eine und andere Gatter öffnen es wurde so weit ich informiert bin bis zum Europäischen Gerichtshof geklagt aber die Bismarcks haben verloren. Und ein Kollege mit dem ich zusammen den Jagdschein gemacht habe ist Reviernachbar. Das Revier beinhaltet auch einen Golfplatz aber der mußte eingezäunt werden sonst gäbe es ihn wohl nicht mehr. Und jetzt hat mein Kollege das ganze Wild von dort auch bei sich . Das ist Rotwild Damwild Muffelwild und Schwarzwild und zu letzt Rehwild was ja aber über all gibt. Wie groß ist der Sachsenwald das sind 6000 ha der größte Zusammenhängende Wald in ganz Norddeutschland. Der letzte Reichskanzler Otto von Bismarck hatte den Wald 1871 vom Kaiser Wilhelm geschenkt bekommen. Sie Bismarcks leben noch auf Schloß Friedrichsruh bei Hamburg. Jetzt regiert Calle von Bismarck das Erbe er wird auch der Irre genannt es gibt ständig Skandale Alkohol und Rauschgift sagt man ihm nach er soll jetzt wohl sogar ins Gefängnis weil er keine Auskünfte über seine Einnahmen macht. Er hat schon viel von seinen Wäldern verkaufen müssen an die Familie Rantzau da gibt es den Rantzauer Forst könnt ihr Googeln genau so wie Forst Friedrichsruhe bei Hamburg. Ja und auf Grund der ASP sind alle Jäger in Europa aufgefordert Strecke beim Schwarzwild zu machen und das tun sie jetzt auch. Ja wir haben noch viele Adelsfamilie in Schleswig-Holstein wo die Jagd groß geschrieben wird . Nur kommt der kleine Jäger dort nicht unter und wenn hat er sich versklaven lassen und seine Seele verkauft. Ich kenne ein Revier von dem Fürsten von Oldenburg der hat einen Wald von 75 ha Jagdlich verpachtet und erwartet jedes Jahr vom Pächter das er dort 40 Stück Rehwild erlegt wenn nicht nimmt er ihn das wieder weg. So läuft das beim Adel nur Profit .

WMH und glaubt ja nicht das ,das Spaß macht das ist Arbeit und hat mit der Jagd so wie viele es machen überhaupt nichts zu tun das nennen wir Wildwirtschaft.
Jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich alles ohne Gewähr.

2

Dienstag, 29. Dezember 2020, 06:12

Hallo Eberhard

Ich habe mir erlaubt deinen Bericht in einen neuen Thread zu verschieben ;)


Ich vermute, dass es bei uns dann auch mal so zugehen wird wie bei euch. Wir haben einen "Adeligen" Wald mit ca. 3000ha als Nachbar und in den nächsten Jahren muss auch der das Gatter räumen.



WMH und glaubt ja nicht das ,das Spaß macht das ist Arbeit und hat mit der Jagd so wie viele es machen überhaupt nichts zu tun das nennen wir Wildwirtschaft.
Dass das nichts mehr mit Jagd zu tun hat kann ich mir leicht vorstellen. So wie du erwähnt hast 125 Sauen heuer. Das sind alle 3 Tage eine. Spätestens da ist Schluss mit lustig *traurig
WMH

Ps.: Was bei uns auch ist, und das wird bei euch ja nicht anders sein.
Wald + Großstadt in der Nähe = Millionen an Leute im Revier, zu jeder Tages und Nachtzeit

3

Dienstag, 29. Dezember 2020, 08:18

40 Rehe auf 75 Hektar ist sportlich... :rolleyes: :D


Die Zahl ist utopisch.




Zum Rest kann man nur sagen dass man als Österreicher von solchen Geschichten nicht beeindruckt ist...

Die von und zu gehen beim Schei*en auch in die Knie und haben die ganz normalen Probleme wie alle und vielleicht sogar etwas mehr.

Von Namen kann man heute nicht mehr abbeißen.
Beeindruckt vielleicht die Mizzi Tante an der Feinkosttheke aber in der westlichen Welt ist nur Geld der wichtige Trumph und da können die alle mit ihren Forstbetrieben aktuell nicht mithalten.


Dann kommt die Sache an den Markt.
Leider nicht via Ertragswertverfahren bewertet sondern oftmals als Vergleichswert und bei steigenden Bodenpreise wird der Wald was wert, wirft das wirtschaftlich aber nicht ab.

Was passiert daraus nur Leute mit zu viel Geld kaufen Wald in der Hoffnung eine Wertsicherung zu erhalten da der Kapitalmarkt zu viele Unsicherheiten bietet.

Die Folge draus ist das große noch größer werden.
Der normale Bauer kann sichs nicht leisten da er wirtschaftlich denken muss und der Sprung zur Eigenjagd ein Wahnsinn ist und sich jede Hektar der andere Vergolden lässt.

Das Ergebnis sind immer größere Grundbesitzer.
Wir laufen einem System entgegen das mal durch die Bauern Befreiung gesprengt wurde.


Jagdlich gesehen wäre eine hohe Anzahl an kleinen Eigenjagden 150 bis 1000ha optimal.

Da dadurch der Markt an Pacht weniger diktiert werden kann.

Was passiert aber bei so geringen Holzpreisen und dem Besuchersdruck.

Junge Generationen die vom kleinen Großgrundbesitzer eine tolle Ausbildung bekommen haben viell sogar in der Welt unterwegs waren setzen sich nimmer ins "amArschderWeltDorf" mit ihrer australischen Freundin die man im Museum in London kennengelernt hat bei 45 Euro Käfernholz Preisen, wenn die 950ha paar Millionen Euro bringen und eine Wohnung an einer Noblen Adresse in einer Weltmetropole und durch das Wirtschaftsstudium in St. Gallen wartet sowieso irgendein Job bei einer Bank...


Ich sehe das grad wieder bei uns wo paar 100ha zum Verkauf sind.
Niemals wo offiziell angeschlagen, und Eigentümer oder deren Forstmeister der 5000+ha Klasse schauen sich das an.
Die Erfahren es als erster. Denn dort wird angerufen.

Ists eine größere Liga ab 1000ha mit Rotwild dann werden die Industriellen angerufen.



Am Schluss wird man dort nimma pachten sondern um ein vielfaches Abschussnehmer und nach 3 Jahren rausgeschmissen.


Da halte ich mich, angesichts dieser Entwicklungen selber für dumm, da gerade jetzt eine neue Waffe zu besorgen 8)

4

Dienstag, 29. Dezember 2020, 10:03

Reviervorstellung

Sehr interessant, eure Beiträge ! Kann mich nur anschließen.

Ein paar Adelige und Möchtegern-Adelige spielen auch in der Gegend eine Rolle, von der ich manchmal verärgert berichte: Nordburgenland ............ enorme Niederwildstrecken, die durch fragwürdiges Auswildern entstehen, Extreme Pachtpreise, Einheimische werden nach Ungarn verdrängt. ................

Auch da darf man nicht alle in einen Topf werfen, aber es gibt schon sehr ärgerliche Zustände ................
Jagdfreund

Eberhard

Jungjäger

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5

Dienstag, 29. Dezember 2020, 11:54

Alles gut Nickback mir ist das Egal wo das steht normalerweise schreibe ich nicht solche Texte aber da ich darum gebeten worden bin habe ich eine Ausnahme gemacht.

WMH
Jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich alles ohne Gewähr.

6

Dienstag, 29. Dezember 2020, 12:05

Ich muss leider dagegen sprechen. Es sind nun mal die Grundbesitzer die Ihren Grund, völlig verständlich, häufig an den Höchstbietenden verpachten. Und so ehrlich sollten wir hier alle sein, auf Einkommen verzichtet hier NIEMAND freiwillig. Dieser Altruismus ist einzig und alleine ein Fantasieprodukt von Idealisten. Höchstens wenn selber noch ein Interesse an der Jagd besteht werden dann häufig die Genossenschafts / Gemeinde Jagden noch lokal verpachtet, sonst geht das ganze an den Bestbieter. Und hier irgendwie gegen "Adelige, etc." schipfen ist auch lächerlich, wenn man sich die Preisvorstellungen & Bedingungen unserer öster. Bundesforste anschaut.
Die Jagd ist seit hunderten Jahren ein Privileg von Wohlhabenden und wird bei der ständig kleiner werdenden "Naturfläche" durch die zunehmende Verbauung Österreichs sich noch viel stärker konzentrieren. So weit sollten wir uns alle im klaren sein.

Bzgl. Zwangsöffnung von Gattern kann ich nur eine kleine Bemerkung hinzufügen, die ich in einem grünen Kommentar gelesen habe. "Endlich werden diese Flächen auch der Allgemeinheit zugänglich!".

Wenn man ehrlich ist, Gatter sind nichts anderes als ECHTE Freilandhaltung von Tieren. Im Gegensatz zu dem was immer als Bio bezeichnet wird! Nur zur Erinnerung das BIO Schwein bis 30 kg hat 0,3 QM, bis 110 kg 0,7 QM und >110 kg => 1QM an Fläche im geschlossenen Stall vorgeschrieben! Über die nicht BIO Tiere wollen wir hier gar nicht nachdenken.

g,

7
Dieses Posting wurde CO2 Neutral geschrieben...

7

Dienstag, 29. Dezember 2020, 13:26

Naja ich habe doch sehr starken Einblick in diese Materie und kleine Eigenjagden werden manchmal schon zu fairen Preis verpachtet.

Ich rede nicht davon dass jemand nicht Geld verdienen darf aber ihm muss im Gegenzug auch immer klar sein wen er sich zu welchen Bedingungen holt.

Ich rede nur von Eigenjagden nicht von Genossenschaftsjagden.

Warum, da traditionell fast alle Eigenjagdler eine Jagd Prüfung haben vor allem jene mit Wurzel ist das für sie selbst eine schwierige Entscheidung ob man dies aus der Hand gibt...



Ich gebe dir mal ein Beispiel.
Ich bin Mitglied bei einem Fliegenfischerverein der ein Gewässer eines Großgrund Besitzers hat.
Darüber eine Familie auch Großgrund besitzer die nichts verpachten aber ähnlich nachhaltig an die Sache rangehen.

Der Bestand und die Fische sind ein Traum, absoluter Naturbestand, wissenschaftlich abgedeckte Erhebungen etc.

Das Kapitel des Betriebes wird optimal verwaltet!


Ich sag der ein Gegenbeispiel bei Wohnungen.
Holst dir einen Messi der ein Jahr um 10 Prozent mehr zahlt hast vielleicht einen Totalschaden...

Jemand der vor Ort lebt und sein gebundenes Vermögen selbst verwaltet hat noch Verbindung zur Basis und kann auch schnell kapieren was im Revier abgeht.

Die Erwartungen an teurere Jagden ergeben auch die Hoffnung nach guten Trophäen oder einen hohen aber leicht zu erfüllenden Abschuss.

Jemand der die Chance hat langfristig wo zu jagen, zu mieten und normal im Kopf ist kann entspannt jagen, leben etc und vielleicht auch auf zukünftige TrophäenTräger etc Rücksicht nehmen.


Jemand der grad mal 1 Jahr oder 3 als Abschussnehmer agiert und viel Geld zahlt wird versuchen rauszuholen was geht.

Gerade beim Rotwild weiß man dass Geweih Selektion auch mit anderen Genetischen Merkmale korreliert.

Hier kann jemand auch etwas zusammenbauen und einen guten 1er bekommst nur alle 10 Jahre wennst von 0 startest.

Deswegen wurde ja die Pacht von 6 auf 9 Jahre gehoben.
Die Zeit der Funktionäre auf 6 belassen.
Ziel ists dass jemand der pfleglich umgeht seinen 1er Hirsch ernten kann...

Sicher hat man bei hoher Nachfrage den Luxus mit schlechterer Qualität auch Umsätze zu schaffen.
Man muss halt wissen ob man will!

So sehe ich das. Bin absolut liberal.
Ich sehe das eher aus der Sicht des Eigentümers...


Liebe Grüße

8

Dienstag, 29. Dezember 2020, 23:25

Reviervorstellung

Wir haben das ja schon öfter diskutiert. ist aber immer wieder interessant.
Und ich kann nur wiederholen, was ich schon öfter geschrieben habe: Ja, Eigentum ist wichtig und ein zentraler Bestandteil unserer Gesellschaft. Es soll frei sein, aber es darf auch nicht unbeschränkt tun, was ihm gerade einfällt. Genau darauf beruht unsere - serh erfolgreiche - österreichische und europäische Gesellschaft: Ausgleich der Interessen. REspekt vor dem Eigentum, aber auch Rücksichtnahme seitens der Eigentümer.

Wer über diese Grenzen hinausgeht, sollte vom Gesetz in seiner Grenzen verwiesen werden: Heißt: man darf keinen Wucher treiben, man darf andere nicht ausbeuten, man darf seine privilegierte Stellung nicht uneingeschränkt gegen andere ausnutzen. Wenn das nicht eingehalten wird, entstehen Konflikte. Am Ende zum Nachteil aller.

DAs gilt auch für die Jagd: Wenn das große Geld alle anderen verdrängt, wird es irgendwann krachen ................ Mir ist es lieber, es kracht nicht. Leben und leben lassen statt "Ich bin der Größte und tue, was ich will"

Jagdfreund