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1

Donnerstag, 8. Januar 2015, 09:50

Da Fuchs is a Hund

Ach Herrje. Gestern wieder einmal am Fuchs angesessen.
Mein Jagdherr wollte mir vor meinem Urlaub noch einen Fuchsabschuss vergönnen (seit Dezember habe ich Reh und Fuchs frei, kommendes Jahr dann sowieso den Jagderlaubnisschein sofern alles gut geht), bisher hatte ich aber einfach noch keinen Anblick.
Wir sind dann also gestern gegen 19:30 Uhr raus und haben uns zu zweit in eine fahrbare Kanzel gesetzt. Das Licht war wirklich mies, mit freiem Auge keine Chance, mit dem Meopta 3-12x56 auch sehr grenzwertig. Der Mond war noch nicht richtig da und die Wolkendecke zu dicht. Trotzdem einfach herrlich in der Winterlandschaft.
Gegen 20:30 habe ich das Fernglas zur Seite gelegt und mit dem besagten Zielfernrohr meiner Pro Hunter .308 den Waldsaum abgeglast. Ich wollte mir einfach noch einmal alles richten damit ich im Fall der Fälle sofort bereit bin. In dem Moment flüstert mein Kollege "Fuchs".
Ich: "Wo".
Er. "Gerade aus".
Ich "WO".
Er "Gerade aus direkt am Saum".
Ich verzweifle leise, sehe weder mit freiem Auge noch mit dem Zielfernrohr etwas, das Fernglas möchte ich nicht angreifen um keinen unnötigen Lärm zu verursachen.
Was solls. "Schiess du wenn du ihn siehst, ich habe nicht die leiseste Ahnung wo der ist." Vorher wollte ich mich noch von ihm hinlotsen lassen, weiter links, rechts, was auch immer aber es war einfach zu dunkel.
Er also seine .222 rausgefädelt und dann kam auch schon der Knall. Ich habe immer noch keine Ahnung wo der Fuchs überhaupt war.
Wir gehen also rauf, er meint er hat ihn getroffen. Angekommen sehen wir schon den Schweiß, eine Menge Schweiß und eine Spur. Wir warten ein bisschen und gehen ihm nach. Zuerst über eine Koppel, dann in den Wald, durch einen Bachlauf und dann steil bergauf. Nach einigen Hundert Metern wird der Schweiß weniger, der Fuchs scheint immer noch sehr mobil zu sein. Wir geben enttäuscht auf, das wird nichts mehr. Wir waren eine gute halbe Stunde unterwegs.
Heute früh geht er mit dem Hund nach, bisher habe ich keine Nachricht von ihm bekommen, ich hoffe er hat ihn erwischt und er musste nicht mehr lange leiden. Entweder gleich daneben oder im Feuer wäre natürlich besser aber man kann den Schuss halt nicht hintragen.
Sowas hinterlässt einen fahlen Beigeschmack.
Im Anschluss habe ich noch durch sein Kahles geschaut und mit dem Meopta verglichen, beide auf 6fach. Das Licht ist vielleicht einen Hauch besser beim Kahles aber mit fällt auf dass vor allem der Sehbereich dort größer ist. Ich bin jedenfalls verunsichert wie er den Fuchs überhaupt erkannt hat während ich nicht mal erahnt habe wo der sein könnte. Da habe ich wieder was zum Grübeln...
Ich deute es jetzt auch nicht recht positiv dass ich bis jetzt keine Nachricht von ihm bekommen habe. Ich befürchte der Angebleite ist noch da draussen.
lg

2

Donnerstag, 8. Januar 2015, 10:36

Es wird nicht besser. Eben telefoniert, Fuchst ist im Bau. Spuren gehen rein aber nicht mehr raus.
Bau wurde verschlossen und Terrier wird geholt.

Jägermeister

Rotwildjäger

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3

Donnerstag, 8. Januar 2015, 11:39

Servus Lindenwirt,
Das dein Freund der Fux im Finster seht un du nicht ist nicht so unmöglich wie es erscheint: Nachts seht alles anders aus, Entfernung, Form etc....vor einige Wochen sah ich ein Stück Rotwild, war aber ein Ameisenhauf in die Dickung :P Zfr zeigte mir das nach ein Moment von Erregung...

Der Fuchs wurde gründlich nachgesucht, bis am Bau, und die Nachsuche mit Terrier vortgesetzt, Hut ab dafür, in B. gilt leider bei die meiste Jäger das der Fuchs ja doch krepieren soll wenn angebleit, also Operation oft schon beendet am Anschuss :cursing: X(

Warum haste eigentlich geschrieben "da Fuchs ist a Hund" ? Habe das leider nie verstanden ;)
"Fuchs kann immer kommen...."

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Jägermeister« (8. Januar 2015, 11:52)


4

Donnerstag, 8. Januar 2015, 12:09

Warum haste eigentlich geschrieben "da Fuchs ist a Hund" ? Habe das leider nie verstanden ;)
Hi, das ist nur so ein Sprichwort. Wenn was "ein Hund ist" dann meint man damit dass es schwierig ist. ;)

Jägermeister

Rotwildjäger

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5

Donnerstag, 8. Januar 2015, 12:20

Haaaaaaa!! 8)

Hätte erst schon Angst es handelte sich um ein bedauerlichen Fehhabschuss aber davon fand ich nix zurück in die Erzählung 8o *rofl
Na ja, mein Deutsch ist ja auch nicht super, ich weiß es.. :huh:
"Fuchs kann immer kommen...."

6

Donnerstag, 8. Januar 2015, 12:35

Hätte erst schon Angst es handelte sich um ein bedauerlichen Fehhabschuss aber davon fand ich nix zurück in die Erzählung 8o
Da kann ich dich beruhigen, kein Hund kam zu Schaden. :D :D :D

Eichelhäher

Zukunftshirsch

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7

Donnerstag, 8. Januar 2015, 13:54

Haaaaaaa!! 8)

Hätte erst schon Angst es handelte sich um ein bedauerlichen Fehhabschuss aber davon fand ich nix zurück in die Erzählung 8o *rofl
Na ja, mein Deutsch ist ja auch nicht super, ich weiß es.. :huh:

*rollsmile
MIR GING ES GENAUSO JÄGERMEISTER!
Aber jetz bin i beruihgt!

Wmh

Jägermeister

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8

Donnerstag, 8. Januar 2015, 14:11

Froh da' i ni allein wa :D
"Fuchs kann immer kommen...."

9

Donnerstag, 8. Januar 2015, 14:18

...es hat die Erzählung aber umso spannender gemacht, bis zum Schluss dachte ich auch, am Ende der Schweissspur liegt ein Hund ^^

Mir erging es leider beim Fuchspassen vor ein paar Jahren ähnlich. Habe eine Fuchs beschossen, konnte ihn aber leider nicht mehr finden. Aufgrund der -überraschend- kurzen Distanz (hatte nicht damit gerechnet, dass er nur gut 10m vorbeischnürt), war der Schuss durch die Vergrösserung leider nicht korrekt platziert. Habe dann gemeinsam mit meinem Vater länger nachgesucht, aber bis auf Schnitthaare mit ein wenig Decke (ich vermute bauchseitig) konnten wir leider nichts finden. Als ich mich am nächsten Tag bezügl. Hund für Nachsuche erkundigt hatte, bekam ich die Auskunft, dass Füchse ohne Schweissspir nich twirklich 'nachsuchbar' sind (keine Duftabgabe über Klauen). Tut mir bis heute leid, dass das so blöd gelaufen ist...drum steht jetzt auch die Schrot für kurze Schüsse gleich nebenbei ;)

@Lindenwirt: bin gespannt wie/ob es hier weitergeht. wenn der Fuchs aber so viel Schweiss verloren hat, dürfte er schon verendet sein (wünschen wir es ihm)

Weidmannsheil & allen Fuchspassern noch helle Nächte 8)

Jägermeister

Rotwildjäger

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10

Donnerstag, 8. Januar 2015, 15:03

@ Qualitätssteirarin: Am besten geeignet für die Fuxjagd ist eine kombinierte Waffe mit VARIABELES Glas, das man beim Anfang des Ansitzes auf 1,5x Vergrösserung last: grosser drehen wenn Fux etwas weiter ist geht immer, aber wenn den Roten unterm Kanzel erscheint ohne vorher gesehen zu sein, ist für kleiner drehen kein Zeit bzw ist zu laut. Und für den Schrotschuss ist 1,5x kein Thema. Ich habe nun nen Hornet (noch nie verwendet), und für ne Fuchspirsch nehme ich auch gerne mal mein 7x64 Stützen, aber für Ansitz (vor allem Abends!!) bis Heute immer ne Kombinierte Waff mitgenommene, hat mich schon viele 'extra' Beute geliefert die mit Kugel nie möglich gewesen war (zu nah, kein Kugelfang, bewegendes Wild, 'Beifang' Schnepfe uszw. ).

@ Lindenwirt: du sollste Krimi-Autor werden, Suspens garantiert mit deine Erzählungen! :thumbsup:
"Fuchs kann immer kommen...."

11

Donnerstag, 8. Januar 2015, 19:14

So, ich möchte euch natürlich nicht das Ende der Geschichte vorenthalten.
Es ist ausgegangen wie erhofft. Heute Nachmittag hat der Terrier unseres Nachbarrevierskollegen den Fuchs aus den Bau geholt. Der Fuchs hat sich ja darin zurückgezogen, leider noch lebendig aber wohl schwer krank. Der Hund hat ihn abgetan und das wars. Bei genauerer Begutachtung wurde auch noch eine ältere Schusswunde am Hinterteil festgestellt. Der verhängnisvolle Schuss gestern hat den Vorderlauf erwischt. Ein zäher Kerl der sich einiges mitgemacht hat. Läuft halt leider nicht immer so rund wie gewünscht aber die Mühe hat sich letztendlich ausgezahlt auch wenn es insgesamt natürlich viel zu lange gedauert hat.
lg und WMH

12

Donnerstag, 8. Januar 2015, 19:26

@Lindenwirt: Das du den Fuchs nicht gesehen hast ist verständlich...
Du hast versucht den Fuchs mit dem ZF zu finden während den Freund ihn vorher schon mit dem Fernglas gefunden hatte. Er hatte den Vorteil das er schon wusste wo der Fuchs war und hat sich den Punkt gemerkt wo er sein Zielfernrohr ausrichten musste.
Das Fernglas ist dem ZF immer überlegen.
@Jägermeister: Ich handhabe es genauso wie du, ZF ist immer auf 1,5fach eingestellt, ausser ich Weis vom Gelände her das ich nicht damit rechnen muss auf kurze Distanz zu schießen. Meinen Steyr Mannlicher in 7x64 habe ich eigentlich nur mit wenns eine Kanzel auf freiem Feld ohne Hoffnung auf Schrotschuss sitze oder wenn ich auf der Saukirrung sitze. Ansonst gibt es für mich nur den Drilling.

Jägermeister

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13

Donnerstag, 8. Januar 2015, 19:32

[quote='Rauhhaardackel','index.php?page=Thread&postID=24529#post24529'@Jägermeister: Ich handhabe es genauso wie du, ZF ist immer auf 1,5fach eingestellt, ausser ich Weis vom Gelände her das ich nicht damit rechnen muss auf kurze Distanz zu schießen. Meinen Steyr Mannlicher in 7x64 habe ich eigentlich nur mit wenns eine Kanzel auf freiem Feld ohne Hoffnung auf Schrotschuss sitze oder wenn ich auf der Saukirrung sitze. Ansonst gibt es für mich nur den Drilling.[/quote]

Genau so mach ich es auch!! Ein Drilling mit variablees Glas ist einfach super für die Fuchsjagd! :thumbup:
"Fuchs kann immer kommen...."

14

Donnerstag, 8. Januar 2015, 20:03

Bei genauerer Begutachtung wurde auch noch eine ältere Schusswunde am Hinterteil festgestellt. Der verhängnisvolle Schuss gestern hat den Vorderlauf erwischt. Ein zäher Kerl der sich einiges mitgemacht hat.
lg und WMH


Bestätigt sich es bei euch auch, dass bereits verwundete Tiere (sowohl durch Schuss als auch durch Krankheiten) in der Regel eine wesentlich höhere Schusshärte aufweisen?
Ist mir bisher schon öfter aufgefallen und auch aus Erzählungen in denen bereits kranke Dachhasen, trotz gut angetragener Schüsse oft noch bis ins Dorf kamen bevor sie verendeten 8|

wmh, waldmeister

Jägermeister

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15

Donnerstag, 8. Januar 2015, 20:43

@ Waldmeister: zum Thema Dachhasen, nie vergessen was man darüber sagt: sie haben 9 Leben!! Nur mit Schrot und auf minimale Entfernung, nur dann biste sicher das er liegt bzw liegen bleibt..
"Fuchs kann immer kommen...."

16

Samstag, 10. Januar 2015, 06:00

Weidmannsheil!

Auch ich habe gespannt darauf gewartet dass am Ende ein Hund liegt. :rolleyes:
Vielen Dank für diese für mich sehr fesselnde Erzählung.
Und Weidmannsheil zum Fuchs, auch wenn ihn Dein Kollege geschossen hat. ;)

Weidmannsheil
Da Franzl
Wir kennen das beim Fuchs: Wenn er intensiv bejagt wird nehmen die Bestände zu!

17

Samstag, 10. Januar 2015, 12:47

Auf bayrisch is a Hund ein richtiger Kerl. Eine andere Bedeutung hab ich in DE noch nicht gehört.
Weidmannsheil zum Fuchs. Gut gemacht mit der Nachsuche. So solls sein.
Grüsse und Weidmannsheil von Fredrik aus Schweden

18

Sonntag, 11. Januar 2015, 11:17

Danke für die super Gschicht! WMH zum Fuchs!

Bei schwierigen Lichtverhältnissen sieht jeder anders und mit der Zeit und mehreren Ansitzen mit Anblick wirst du zusätzlich einen etwas 'schärferen' Blick entwickeln :-)
***wmh***
cpm

19

Dienstag, 13. Januar 2015, 02:58

Nur als Tip:
Bei der JAgd in der Nacht tust Du Dir deutlich leichter, wenn Du nicht versuchsts den Fuchs direkt anzuschauen, sondern du schaust etwas daneben. Dann ist er deutlicher zu erkennen, besonders die Bewegungen

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Donnerstag, 15. Januar 2015, 16:29

@Topic: Gut, dass ihr den Fuchs noch bekommen habt!

Nur als Tip:
Bei der JAgd in der Nacht tust Du Dir deutlich leichter, wenn Du nicht versuchsts den Fuchs direkt anzuschauen, sondern du schaust etwas daneben. Dann ist er deutlicher zu erkennen, besonders die Bewegungen

Falls jemanden interessiert warum das so ist: Wir haben im Auge 2 Typen von Sehzellen, Zapfen und Stäbchen. Zapfen sind für Farbsehen verantwortlich und sind besonders dicht im Punkt des schärfsten Sehens (dort wo das Licht durch die Linse gebündelt wird), werden mit größerem Abstand davon immer weniger. Stäbchen sind für Grausehen verantwortlich, deutlich mehr (20x) und viel empfindlicher als die Zapfen. Deswegen können wir unter Tags Farbe sehen und nachts nicht mehr. Dafür funktionieren in der Nacht die Stäbchen umso besser.
Detail am Rande: Bei Babys dauert es, bis die Zapfen so funktionieren wie sie sollen, deshalb können sie anfangs nur sehr beschränkt Farben erkennen, sehen unscharf und reagieren deshalb viel stärker auf Lichtreize wie Lampen. (Und erkennen Personen hauptsächlich an Geruch und Stimme.)

Bezüglich Jagd: Wird wohl jedem passieren, dass er in der Früh bevor es richtig dämmert oder eben beim Sauansitz in der Nacht wo eine Bewegung erahnt und beim genauen Hinschauen nix sehen kann. Das ist genau der gleiche Grund. Wie Jfgpm schon gesagt hat: Leicht daneben schauen, dann ist es immer noch scharf genug (Zapfen) aber von Stäbchen unterstützt. ;)

MfG, Tschurtsch.

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